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  • Claudia Wawersich
  • 1 Kommentar

7-Punkte-Plan für Ihr Krisenmanagement

Wir haben für Sie einen Plan für Ihr Krisenmanagement gestellt:

 

1. Besprechung der Krise und Worst-Case-Szenario im Führungsteam

Um die richtige Basis für das Krisenmanagement zu legen, ist es wichtig, dass Sie und Ihr Führungsteam die Krise zu 100 % akzeptieren. Ansonsten können Sie keine geeigneten Gegenmaßnahmen erarbeiten. Kleinreden hilft an dieser Stelle nicht. Beschreiben Sie schriftlich das Worst-Case-Szenario für Ihr Unternehmen, um dann gemeinsam als Team Lösungen erarbeiten zu können.

Gemeinsam der Krise ins Auge zu blicken, stärkt das WIR-Gefühl. Nicht einer muss für seinen Bereich Lösungen finden, sondern alle arbeiten gemeinsam an der Bewältigung. Dies ist eine große Chance die interdisziplinäre Zusammenarbeit auch nach der Krise zu stärken.

2. Erstellung eine Krisenplans für Prozesse, Liquidität, Personal, etc.

Stellen Sie mit Ihrem Führungsteam die einzelnen Engpässe in Ihrem Unternehmen zusammen, z.B. Liquidität, Lieferanten- und Personalausfall und Auswirkungen auf die Prozesse. Gehen Sie diese Liste Schritt für Schritt mit Fragen durch:

Was können wir aktuell tun, um die Liquidität zu erhöhen? Womit könnten wir zusätzlich Geld verdienen? Welche staatlichen Hilfen können wir beanspruchen? Welche Produkte sind jetzt gefragt? Wo können wir neue Bezugsquellen finden? Welchen Maßnahmen können wir ergreifen, um Mitarbeiterausfällen/Infektionen weiter vorzubeugen? Wie können wir evtl. fehlende Mitarbeiter kurzfristig ersetzen? Welche Prozesse sollten umgestaltet werden oder sind aktuell nicht notwendig? Welche operativen Maßnahmen werden kurzfristig umgesetzt?

3. Kommunikation der Ergebnisse an alle Mitarbeiter

Kommunizieren Sie die Ergebnisse so zeitnah und persönlich wie möglich, z.B. in Webkonferenzen der einzelnen Führungskräfte mit Ihren Teams oder einer Videobotschaft mit anschließender Möglichkeit zum Austausch. Wichtig ist eine klare Kommunikation: Unser Unternehmen ist in einer Krise, die Entscheidungen und Maßnahmen erfordert wie…. Wir haben im Führungsteam gemeinsam daran gearbeitet und werden auch diese Krise meistern, genauso wie… (z.B. eine Krise aus der Unternehmenshistorie oder der Branche) bzw. weil …

Gehen Sie danach die einzelnen Entscheidungen und kurzfristigen Maßnahmen mit den betreffenden Mitarbeitergruppen durch. Erläutern Sie die Pläne, strahlen Sie Zuversicht aus und rufen Sie auf, eigene Ideen einzubringen.

4. Modifikation von Vertrieb, Produkten, Dienstleistungen

Wenn der persönliche Kundenkontakt nicht mehr möglich ist, stellen Sie Ihre Kommunikation auf Telefon und Onlinemeetings um. Binden Sie Ihre Vertriebsmitarbeiter in die Prozessumstellung ein.

Überlegen Sie welche Produkte und Dienstleistungen Ihre Kunden aktuell benötigen und auf welchen Wegen Sie diese liefern können:
Sind Produktionsumstellungen auf andere Waren mit den vorhandenen Maschinen möglich? Wie kann eine Auslieferung oder Inbetriebnahme stattfinden ohne persönlichen Kontakt vor Ort? Welche Dienstleistungen können Sie online anbieten? Könnten Sie kleinere Angebotspakete schnüren, die in Krisenzeiten eher gekauft werden?

5. Verstärkung der internen und externen Kommunikation

Investieren Sie jetzt Zeit in die Kommunikation, denn es ist wichtig mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern fortwährend in Kontakt zu bleiben und Vertrauen aufzubauen.

Informieren Sie Ihre Kunden und Lieferanten über Ihre Erreichbarkeit, eventuelle neue Angebote und Umstellungen auf allen verfügbaren Kanälen – telefonisch durch Ihre Vertriebsmitarbeiter, in personalisierten E-Mails, auf der Webseite oder über Social Media.

Bleiben Sie mit Ihren Mitarbeitern im Gespräch um Ihre Sorgen und Herausforderungen zu erfahren. Bieten Sie kurzfristig Lösungen an, zeigen Sie Zuversicht und bauen Sie das Vertrauen aus.

6. Agile Reaktion auf neue Entwicklungen

Krisen erfordern flexible Reaktionen, denn die Situation sowie die Begleitumstände ändern sich oft kurzfristig. Daher ist agiles Projektmanagement notwendig.

Überprüfen Sie den Fortschritt und die Auswirkungen Ihrer Maßnahmen in den Teams in kurzen Abständen. Informieren Sie sich über geänderte Rahmenbe­dingungen am Markt und passen Sie Ihre Maßnahmen bei Bedarf an. Überprüfen Sie welche Hindernisse Prozesse bzw. die zeitnahe Umsetzung blockieren.

Für die Geschäftsführung und das Führungsteam bedeutet dies ein regelmäßiges Up-date der Schritte 2-5.

7. Positive Zukunftsperspektive bewahren

Die Bewältigung der Krise wird kurzfristige Maßnahmen erfordern, doch für die Geschäftsführung ist es wichtig die langfristige Perspektive zu bewahren. Eine Krise kann zu neuen Chancen auf dem Markt führen, z.B. weil Mitbewerber wegfallen, neue Produktentwicklungen vorangetrieben oder Kundenbindungen gestärkt wurden. Vielleicht haben Sie in Krisenzeiten auch komplett neue Vertriebswege für sich erschlossen, die schlankere Prozesse und Kosteneinsparungen für die Zukunft eröffnen?

Schreiben Sie diese Chancen auf, um sie im Blick zu behalten. So kommunizieren sie konstruktiv und positiv.

Holen Sie sich ggf. auch externe Unterstützung, um Ihre Maßnahmen zu optimieren. Für Fragen zum Thema Personal steht Ihnen Sabine Wölfel, Geschäftsführerin von HTB Personalberatung gerne zur Verfügung unter woelfel@htb-personal.de

 

 

„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden,

kann man etwas Schönes bauen“

(J. W. von Goethe)

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1 Kommentar

  • Gerhard Gruber, GF

    Hallo Frau Wölfel,

    sehr gute Auffrischung für Führungskräfte: Führen in schwierigen Situationen oder Krisen!

    Eine sehr gute Checkliste, an was alles gedacht werden soll / muß!

    Es sind hierbei sehr viele passenden, pragmatische Anregungen dabei, die schnell umgesetzt werden können, bzw. abgehakt werden können.

    Sehr gelungen! 🙂
    Herzliche Grüße aus dem LK Cham

    Gerhard Gruber